Venencheck vor Hüft- und Knie-OP: Warum Krampfadern vor dem Gelenkersatz abgeklärt werden sollten

Krampfadern mehr als verdoppeln das Thromboserisiko nach Gelenkersatz. Wann ein Venencheck vor Hüft- und Knie-OP sinnvoll ist und wie er abläuft.

Duplexsonographie der Beinvenen beim Venencheck vor Hüft- und Knie-OP im Venenzentrum Berlin-Mitte

Medizinisch geprüft von:

Bahmann

Aktualisiert:

Oktober 30, 2026

Wer ein neues Hüft- oder Kniegelenk plant, denkt an OP-Termin, Reha und endlich schmerzfreies Gehen – selten aber an die eigenen Beinvenen. Dabei ist ein Venencheck vor Hüft- und Knie-OP eine einfache Möglichkeit, ein gut belegtes Zusatzrisiko zu erkennen: Krampfadern mehr als verdoppeln das Risiko einer Thrombose nach dem Gelenkersatz.

Kurz beantwortet:

  • Nach Hüft- und Knieprothesen ist das Thromboserisiko so hoch wie nach kaum einem anderen Eingriff.
  • Vorbestehende Krampfadern erhöhen dieses Risiko laut einer Metaanalyse mit über 265.000 Patienten auf mehr als das Doppelte.
  • Eine schmerzfreie Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie) zeigt in etwa 20 bis 30 Minuten, ob Ihre Venen gesund sind.
  • Eine kranke Stammvene lässt sich vorher ambulant verschließen – zum Beispiel mit VenaSeal™, ohne Hitze und meist ohne Kompressionsstrümpfe.

Den Venencheck vor der Hüft- oder Knie-OP planen Sie idealerweise, sobald die Entscheidung für die Prothese gefallen ist. Was die Studien genau zeigen, was für Fußoperationen wie die Hallux-Korrektur gilt und wie der Ablauf bei VenaZiel an der Friedrichstraße in Berlin-Mitte aussieht, lesen Sie im Folgenden.

Gelenkersatz: Der Eingriff mit dem höchsten Thromboserisiko

Hüft- und Knieendoprothetik zählen zu den erfolgreichsten Operationen der modernen Medizin. Sie gehören aber auch zur höchsten Risikokategorie für venöse Thromboembolien (VTE) – also tiefe Beinvenenthrombosen und Lungenembolien.

Die Gründe sind gut verstanden:

  • Das Bein wird während der Operation über längere Zeit in ungewohnter Position gehalten.
  • Knochen und Markraum werden eröffnet, Gewebe wird gedehnt.
  • Das Blut staut sich in den Beinvenen.
  • Danach folgen Tage mit eingeschränkter Beweglichkeit.

Ohne medikamentöse Thromboseprophylaxe beschreibt die Fachliteratur nach Hüft- oder Knieprothese Raten tiefer Venenthrombosen von 40 bis 60 Prozent, in älteren Studien sogar bis zu 70 Prozent. Erst die konsequente Prophylaxe senkt dieses Risiko drastisch – mit niedermolekularem Heparin, direkten oralen Antikoagulanzien oder, unter bestimmten Voraussetzungen, auch mit Acetylsalicylsäure (ASS).

Die Option ASS ist neu: Sie wurde mit der im Januar 2026 aktualisierten S3-Leitlinie „Prophylaxe der venösen Thromboembolie“ (AWMF 003-001) aufgenommen. Die Leitlinie empfiehlt die ASS-Prophylaxe allerdings ausdrücklich nur für Patientinnen und Patienten ohne erhöhtes Thromboserisiko. Und genau hier kommen die Venen ins Spiel.

Auch mit Prophylaxe bleibt ein Restrisiko

Eine US-Datenbankanalyse von 988.675 Hüft- und Knieprothesen (PearlDiver) ergab: In der Routineversorgung – in der eine Prophylaxe Standard ist – entwickelten 1,5 Prozent der Patientinnen und Patienten innerhalb von drei Monaten nach dem Eingriff eine akute venöse Thromboembolie. Eine prospektive Studie an 499 Patientinnen und Patienten in Belgrad fand eine Rate symptomatischer Thromboembolien von 2,6 Prozent – bereits während des Krankenhausaufenthalts.

Allein in Deutschland werden jährlich rund 400.000 Hüft- und Knieendoprothesen implantiert. Diese Prozentzahlen stehen also nicht für abstrakte Statistik, sondern für tausende Betroffene.

Infografik zum Thromboserisiko nach Hüft- und Knieprothese mit und ohne Thromboseprophylaxe

Thromboserisiko nach Hüft- und Knieprothese mit und ohne Prophylaxe. Grafik: VenaZiel Berlin MVZ · Daten: AWMF S3-Leitlinie 003-001, PLoS ONE 2024, Marković-Denić et al. 2012

Krampfadern verdoppeln das Thromboserisiko nach Knie- und Hüft-OP

Dass Krampfadern (Varikose) ein Risikofaktor für Thrombosen sind, steht in jedem Lehrbuch. Wie groß dieser Effekt ist, wurde lange nicht beziffert. Inzwischen liegen belastbare Daten vor.

Große Kohortenstudie: fünffach erhöhtes Thromboserisiko

Eine 2018 im Journal of the American Medical Association (JAMA) publizierte Kohortenstudie aus Taiwan verglich 212.984 Erwachsene mit Krampfadern mit ebenso vielen Kontrollpersonen ohne Krampfadern. Die Beobachtungszeit lag im Mittel bei mehr als sieben Jahren.

Das Ergebnis: Menschen mit Krampfadern hatten ein 5,3-fach erhöhtes Risiko für eine tiefe Venenthrombose (Hazard Ratio 5,30) und ein 1,7-fach erhöhtes Risiko für eine Lungenembolie (Hazard Ratio 1,73). Die Autoren betonen, dass der Zusammenhang für die Thrombose deutlich ausgeprägt ist – ob er ursächlich ist, bleibt offen. Bei der Lungenembolie ist die Datenlage weniger klar.

Metaanalyse speziell für Gelenkersatz

Speziell für Patientinnen und Patienten mit Gelenkersatz hat die Universität Galway die Frage in einer systematischen Übersichtsarbeit mit Metaanalyse untersucht. Ausgewertet wurden elf Beobachtungsstudien mit insgesamt 265.194 Patientinnen und Patienten nach Hüft- oder Knieprothese. Davon hatten 2.188 zum Zeitpunkt der Operation Krampfadern.

Patientinnen und Patienten mit vorbestehenden Krampfadern hatten ein signifikant erhöhtes Risiko für eine venöse Thromboembolie nach dem Gelenkersatz. Die Odds Ratio lag bei 2,37 (95-%-Konfidenzintervall 1,54 bis 3,63) – das Risiko war also mehr als verdoppelt (Westby et al., Phlebology 2023).

In der Belgrader Studie war die Varikose mit 27,9 Prozent sogar der häufigste Risikofaktor in der Patientengruppe. Sie ging mit einer mehr als dreifach erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Thrombose im Krankenhaus einher (Odds Ratio 3,13).

Balkendiagramm: Thrombose nach Knie-OP oder Hüft-OP – Risiko mit und ohne Krampfadern im Vergleich

Krampfadern erhöhen das Thromboserisiko nach Gelenkersatz auf mehr als das Doppelte (Odds Ratio 2,37). Grafik: VenaZiel Berlin MVZ · Daten: Westby et al., Phlebology 2023

Behandelte Krampfadern: Das Zusatzrisiko scheint zu verschwinden

Besonders aufschlussreich ist eine schottische Registerstudie, die in die Metaanalyse einging. Sie wertete über 100.000 Hüft- und Knieprothesen aus. Verglichen wurden Patientinnen und Patienten, deren Krampfadern bereits vor der Prothese operiert worden waren, mit solchen ohne Krampfadern.

Das Thromboserisiko der zuvor venenoperierten Gruppe unterschied sich nicht mehr von dem der Patienten ohne Krampfadern (Odds Ratio 0,96). Das ist bislang die einzige Studie zu dieser Frage, und die Autoren der Metaanalyse weisen zu Recht auf die dünne Datenlage hin. Das Signal weist dennoch klar in eine Richtung: Eine behandelte Stammvarikose scheint das zusätzliche Risiko zu neutralisieren.

Warum eine kranke Stammvene bei Gelenk-OPs die Thrombose begünstigt

Den Grundmechanismus beschrieb Rudolf Virchow bereits im 19. Jahrhundert: Eine Thrombose entsteht, wenn der Blutfluss verlangsamt ist, die Gefäßwand geschädigt ist und das Blut vermehrt gerinnt (Virchow-Trias). Wie Krampfadern und Thrombosen allgemein zusammenhängen, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber Venenthrombose verstehen und verhindern.

Ein Gelenkersatz erfüllt die letzten beiden Bedingungen praktisch immer: Die Operation verletzt Gewebe, und der Körper reagiert mit erhöhter Gerinnungsbereitschaft. Der verlangsamte Blutfluss ist in einer gesunden Vene nach wenigen Tagen Mobilisation kein Problem mehr.

In einer undichten großen Rosenvene (insuffiziente Vena saphena magna) sieht das anders aus. Ihre Klappen schließen nicht, das Blut pendelt und steht. Über ihre Mündung in der Leiste besteht zudem eine direkte Verbindung zum tiefen Venensystem. Ein Gerinnsel in der Krampfader (Thrombophlebitis) kann sich über diese Mündung in die tiefe Vene fortsetzen.

Bei der Knieprothese kommt hinzu, dass die Stammvene unmittelbar neben dem Operationsgebiet verläuft. Schwellung, Blutung, Lagerung und die Blutsperre am Oberschenkel belasten sie direkt.

Schema der Vena saphena magna neben dem Operationsgebiet der Knieprothese mit gesunder und undichter Venenklappe

Die große Rosenvene (Vena saphena magna) verläuft vom Knöchel bis in die Leiste – nah am Operationsgebiet der Knieprothese. Links eine schließende, rechts eine undichte Venenklappe mit Rückfluss. Illustration: VenaZiel Berlin MVZ

Wundheilung und Infektion: Der zweite Grund für den Venencheck

Neben der Thrombose gibt es einen zweiten Aspekt, der vor allem beim Kniegelenkersatz zählt: die Wundheilung. Eine chronische Venenschwäche (chronisch-venöse Insuffizienz, CVI) erhöht den Druck in den kleinen Hautgefäßen des Unterschenkels. Die Folgen sind Schwellung, Hautverhärtung und eine schlechtere Sauerstoffversorgung des Gewebes.

Dass diese Veränderungen die Heilung von Operationswunden am Bein beeinträchtigen, zeigt eine 2025 publizierte Kohortenstudie zur Hautkrebschirurgie am Unterschenkel. Patientinnen und Patienten mit chronisch-venöser Insuffizienz hatten dort ein 2,7-fach erhöhtes Risiko für nicht heilende Wunden, ein 1,9-fach erhöhtes Infektionsrisiko und ein 2,5-fach erhöhtes Risiko für das Aufplatzen der Naht.

Was das für die Knieprothese bedeutet

Für die Knieendoprothetik ist die Datenlage differenzierter. Eine Auswertung von 7.665 Knieprothesen am Ochsner Medical Center (2011 bis 2021) fand: Eine CVI insgesamt erhöhte die Komplikationsrate nach statistischer Bereinigung nicht signifikant. Bei komplexer CVI – mit Schmerzen, Entzündung oder Geschwüren – lag die Komplikationsrate jedoch fast doppelt so hoch wie bei einfacher CVI (16,7 gegenüber 9,3 Prozent).

Eine prospektive Studie, die den Einfluss der per Ultraschall bestätigten venösen Insuffizienz auf die Wundheilung nach Knieprothese untersucht, ist aktuell registriert (NCT07577141). Die Konsequenz für die Praxis lautet: Je ausgeprägter die Venenerkrankung, desto wichtiger ist es, sie vor dem Gelenkersatz zu kennen und zu behandeln.

Sprunggelenkprothese: Kleineres Gelenk, gleiche Logik

Die Endoprothese des oberen Sprunggelenks wird seltener implantiert als Hüft- oder Knieprothesen. Sie folgt aber derselben Logik. Der Eingriff erfordert eine mehrwöchige Ruhigstellung und Entlastung des Beins. Und das Operationsgebiet liegt genau dort, wo die chronisch-venöse Insuffizienz ihre schwersten Folgen zeigt: am Unterschenkel und Knöchel.

Barg und Kollegen haben in ihrer Übersichtsarbeit zu thromboembolischen Komplikationen nach Sprunggelenkprothese 2013 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Risikofaktoren der Hüft- und Knieendoprothetik auch hier gelten. Ein Venencheck vor dem Sprunggelenkersatz ist deshalb aus unserer Sicht ebenso sinnvoll.

Hallux-OP und andere Fußoperationen: Niedriges Grundrisiko – außer bei Ruhigstellung

Bei isolierten Fußoperationen ist das Thromboserisiko deutlich geringer als beim Gelenkersatz:

  • Die britische Multicenter-Studie UK-FATE fand bei über 11.000 Patientinnen und Patienten nach Fuß- und Sprunggelenkoperationen eine Rate symptomatischer Thromboembolien von 0,87 Prozent innerhalb von 90 Tagen. Thromboembolisch bedingte Todesfälle waren mit 0,03 Prozent sehr selten.
  • Eine australische Auswertung von 4.238 podologisch-chirurgischen Eingriffen ermittelte 0,2 Prozent.
  • Eine Metaanalyse zur Fuß- und Sprunggelenkchirurgie kam zu dem Schluss, dass eine routinemäßige medikamentöse Prophylaxe für alle Patienten nicht gerechtfertigt ist – wohl aber eine individuelle Risikobewertung.

Der entscheidende Faktor: Ruhigstellung

Eine prospektive Studie verglich zwei Gruppen. Die eine wurde nach einer Hallux-Operation ohne Gips und mit sofortiger Belastung behandelt. Die andere wurde nach Fuß- oder Sprunggelenkeingriffen mindestens vier Wochen im Unterschenkelgips entlastet.

In der Hallux-Gruppe trat keine einzige Thromboembolie auf, in der Gips-Entlastungs-Gruppe dagegen bei 8,46 Prozent. Eine moderne Korrektur des Hallux valgus mit Vorfußentlastungsschuh und sofortiger Teilbelastung ist also in Bezug auf das Thromboserisiko ein vergleichsweise sicherer Eingriff.

Wann der Venencheck vor der Fuß-OP trotzdem sinnvoll ist

Anders sieht es aus, wenn zusätzliche Risiken bestehen. Das gilt vor allem bei:

  • einer bekannten Stammvarikose,
  • einer längeren Ruhigstellung nach der Operation,
  • weiteren Risikofaktoren wie früherer Thrombose, Übergewicht, Hormontherapie, Rauchen oder höherem Alter.

Die Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie) klärt in etwa 20 bis 30 Minuten, ob das Bein, das operiert wird, venös gesund ist. Sie hilft auch bei der Frage, ob eine medikamentöse Prophylaxe nach der Fuß-OP individuell sinnvoll ist – auch wenn sie für Hallux-Operationen nicht pauschal empfohlen wird.

Infografik: Thrombose nach Hallux-OP mit sofortiger Belastung im Vergleich zur Ruhigstellung im Gips

Bei Fußoperationen entscheidet vor allem die Ruhigstellung über das Thromboserisiko. Grafik: VenaZiel Berlin MVZ · Daten: Saragas et al., Foot Ankle Surg 2014

Fersensporn und Plantarfasziitis: Wenn Fersenschmerz nicht nur vom Fuß kommt

Beim Fersensporn und bei der Plantarfasziitis – der Reizung der Sehnenplatte an der Fußsohle – gibt es keinen direkten Studienbeleg, dass Krampfadern das Behandlungsergebnis verschlechtern. Hier ist Ehrlichkeit wichtig: Wer etwas anderes behauptet, überzieht die Datenlage.

Es gibt aber drei praktische Gründe, warum ein Venencheck bei hartnäckigem Fersen- und Unterschenkelschmerz trotzdem sinnvoll sein kann.

1. Die Differenzialdiagnose

Schmerzen und Schweregefühl im Unterschenkel, Schwellung am Knöchel, nächtliche Wadenkrämpfe und ein „müdes Bein“ am Abend sind klassische Zeichen einer Venenschwäche. Betroffene ordnen sie nicht selten dem Fuß zu – und Behandelnde dem Fersensporn. Wenn Einlagen, Dehnübungen und Stoßwellentherapie nicht helfen, lohnt sich die Frage, ob die Ursache überhaupt orthopädisch ist.

2. Die Therapie

Ein Teil der Plantarfasziitis-Behandlungen beinhaltet eine Ruhigstellung: eine Nachtschiene, einen Walker-Stiefel oder in hartnäckigen Fällen eine operative Fasziotomie mit anschließender Entlastung. Wie die Daten aus der Fußchirurgie zeigen, ist Immobilisation der entscheidende Thromboserisikofaktor am Unterschenkel. Bei bestehender Stammvarikose ist das relevant.

3. Die Kompression

Patientinnen und Patienten mit Fersensporn und zusätzlicher Varikose profitieren häufig davon, wenn die venöse Komponente ihrer Beschwerden mitbehandelt wird – also Schwellung, Druckgefühl und abendliche Schwere. Erst wenn beide Ursachen erkannt sind, lässt sich ein Behandlungsplan erstellen, der die Beschwerden tatsächlich bessert.

Venencheck vor der Hüft- und Knie-OP: So läuft er bei VenaZiel ab

Ein Venencheck vor Hüft- und Knie-OP, vor dem Sprunggelenkersatz oder einer Fußoperation dauert bei VenaZiel etwa 20 bis 30 Minuten und ist schmerzfrei. Im Zentrum steht die farbkodierte Duplexsonographie der Beinvenen – beider Beine.

Die Fachärztin oder der Facharzt prüft dabei:

  • ob die Klappen der Stammvenen schließen,
  • ob ein Rückfluss (Reflux) besteht,
  • wie weit die Venen erweitert sind,
  • ob das tiefe Venensystem durchgängig ist – auch als Ausschluss einer alten, unbemerkt abgelaufenen Thrombose.

Der Befund wird nach der CEAP-Klassifikation eingeordnet und schriftlich dokumentiert. So können Sie ihn Ihrem Orthopäden und dem Anästhesisten vorlegen.

Duplexsonographie der Beinvenen beim Venencheck vor Hüft- und Knie-OP im Venenzentrum Berlin-Mitte

Farbkodierte Duplexsonographie der Beinvenen: schmerzfrei, ohne Strahlung, in etwa 20 bis 30 Minuten. KI-generiertes Symbolbild · VenaZiel Berlin MVZ

Drei mögliche Ergebnisse

  1. Die Venen sind gesund: Sie erhalten eine phlebologische Freigabe. Der Gelenkersatz kann wie geplant stattfinden.
  2. Es bestehen nur Besenreiser oder kleine retikuläre Varizen: Eine Vorbehandlung ist nicht nötig.
  3. Es liegt eine Stammvarikose oder eine ausgeprägte Seitenastvarikose vor: Wir empfehlen, diese vor dem orthopädischen Eingriff zu behandeln. Gleichzeitig informieren wir den Operateur über den Befund, damit die Thromboseprophylaxe individuell angepasst werden kann.
Ablauf der Venenuntersuchung vor dem Gelenkersatz in drei Schritten von Ultraschall bis Befund

Der Venencheck vor einer Gelenk-OP in drei Schritten. Grafik: VenaZiel Berlin MVZ

Krampfadern vor dem Gelenkersatz behandeln: Die Verfahren

Die S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Varikose (AWMF 037-018) empfiehlt bei symptomatischer Stammveneninsuffizienz endovenöse Verfahren – also Behandlungen von innen über die Vene – gegenüber der klassischen Stripping-Operation. Bei VenaZiel stehen drei Methoden zur Verfügung, alle ambulant und alle ohne Vollnarkose. Einen Überblick über alle Optionen finden Sie unter Krampfadern behandeln bei VenaZiel.

VenaSeal™ (Venenkleber)

VenaSeal™ verschließt die Stammvene mit einem medizinischen Cyanoacrylat-Kleber – ohne Hitze, ohne Tumeszenzanästhesie und in der Regel ohne Kompressionsstrümpfe danach. Die Behandlung dauert 30 bis 60 Minuten. Mehr zum Verfahren lesen Sie auf unserer Seite VenaSeal – Venenkleber-Behandlung.

Die Studienlage ist gut:

  • In der randomisierten VeClose-Studie lag die Verschlussrate der Vena saphena magna nach 36 Monaten bei 94,4 Prozent (gegenüber 91,9 Prozent nach Radiofrequenzablation). Nach fünf Jahren lag die vollständige Verschlussrate bei 91,4 Prozent (gegenüber 85,2 Prozent nach Radiofrequenzablation).
  • Zwischen der 36- und der 60-Monats-Kontrolle wurden in der VeClose-Studie keine tiefen Venenthrombosen und keine Lungenembolien berichtet.
  • In der WAVES-Studie lag die Verschlussrate nach zwölf Monaten bei 98 Prozent – auch bei Venendurchmessern bis 20 mm und ohne Kompression nach dem Eingriff.
Schema der VenaSeal-Behandlung: Venenkleber verschließt die Stammvene vor dem Gelenkersatz

VenaSeal™: Der Katheter wird schrittweise zurückgezogen. Hinter der Katheterspitze wird die Vene abschnittsweise verklebt und mit dem Schallkopf zusammengedrückt. Illustration: VenaZiel Berlin MVZ

Radiofrequenzablation (RFA) und endovenöse Lasertherapie (EVLA)

Radiofrequenzablation und endovenöse Lasertherapie verschließen die kranke Stammvene durch Hitze von innen. Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung entlang der Vene (Tumeszenz-Lokalanästhesie) und dauert 30 bis 60 Minuten.

Warum VenaSeal™ gut in die OP-Vorbereitung passt

Für Patientinnen und Patienten vor einem Gelenkersatz hat VenaSeal einen besonderen Vorteil. Weil keine Kompressionsstrümpfe nötig sind und die Erholungszeit kurz ist, lässt sich die Venenbehandlung gut in die ohnehin laufende OP-Vorbereitung einfügen. Nach der Kontrollsonographie, die den dauerhaften Verschluss bestätigt – meist nach wenigen Wochen –, kann der orthopädische Eingriff geplant werden.

Der richtige Zeitpunkt: Mindestens einige Wochen vor dem Gelenkersatz

Eine feste Frist zwischen Venenbehandlung und Gelenkersatz gibt es nicht. Sie hängt vom Verfahren und vom individuellen Heilungsverlauf ab. Bewährt hat sich, den orthopädischen Eingriff erst nach der Ultraschallkontrolle zu terminieren, die den Verschluss der behandelten Vene bestätigt.

Ideal ist es, den Venencheck frühzeitig einzuplanen – sobald die Entscheidung für eine Prothese gefallen ist, nicht erst in der Woche vor der Operation. So entsteht kein Zeitdruck. Und bei Bedarf bleibt Raum für die Venenbehandlung, ohne den OP-Termin verschieben zu müssen. Dasselbe Prinzip gilt übrigens auch, wenn Sie die Venen vor einer Fettabsaugung prüfen lassen.

Kosten und Erstattung

Die Duplexsonographie der Beinvenen und die endovenöse Behandlung einer Stammvarikose sind bei medizinischer Indikation Leistungen, die von privaten Krankenversicherungen und der Beihilfe in der Regel übernommen werden. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Vor jeder Behandlung erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag für Ihre Versicherung. Einen Überblick, was eine Krampfaderbehandlung kostet, finden Sie in unserem Ratgeber.

Für gesetzlich Versicherte bestehen bei VenaZiel Versorgungsverträge mit mehreren Krankenkassen für die endovenöse Varizenbehandlung. Ob Ihre Kasse teilnimmt, klären wir gern vorab. Mehr dazu finden Sie unter VenaSeal für gesetzlich Versicherte.

Warum VenaZiel Berlin MVZ

VenaZiel ist eines der führenden Zentren für minimalinvasive Venenmedizin in Deutschland. An mehreren Standorten in Berlin arbeitet ein Team aus Fachärztinnen und Fachärzten für Phlebologie, Gefäßmedizin und Chirurgie ausschließlich mit den endovenösen Verfahren, die die aktuellen Leitlinien empfehlen. VenaZiel ist Hospitationszentrum von Medtronic für das VenaSeal-Verfahren.

In unseren internen Qualitätsdaten sind bislang über 15.000 endovenöse Eingriffe dokumentiert, ohne dass eine Lungenembolie aufgetreten ist (Stand 2026). Der Venencheck vor orthopädischen Eingriffen ist bei uns ein eingespielter Ablauf: schriftlicher Befund, klare Empfehlung, bei Bedarf kurzfristige Behandlung und enge Abstimmung mit Ihrem Orthopäden – auch für Patientinnen und Patienten unserer eigenen Orthopädie bei VenaZiel.

Die medizinische Leitung liegt bei Dr. med. Hamidreza Mahoozi, Chirurg und Gründer der VenaZiel-Gruppe. Sein Leitgedanke „Kaum eine Narbe. Aber ein Vertrauen, das bleibt.“ beschreibt den Anspruch an jede Behandlung: minimalinvasiv, leitliniengerecht, ehrlich beraten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist ein Venencheck vor einer Hüft- oder Knieprothese vorgeschrieben?

Nein. Er ist nicht gesetzlich vorgeschrieben und gehört auch nicht zum Standard jeder orthopädischen Klinik. Die Studienlage spricht jedoch klar dafür: Patientinnen und Patienten mit Krampfadern haben nach Gelenkersatz ein mehr als doppelt so hohes Thromboserisiko (Odds Ratio 2,37 in einer Metaanalyse mit 265.194 Patienten). Die Untersuchung liefert Ihrem Operateur eine wichtige Information für die Thromboseprophylaxe.

Ist die Venenuntersuchung schmerzhaft?

Nein. Die Duplexsonographie ist eine reine Ultraschalluntersuchung ohne Nadeln, Kontrastmittel oder Strahlung. Sie dauert etwa 20 bis 30 Minuten, und Sie können direkt danach Ihrem Alltag nachgehen.

Ich habe Krampfadern. Muss ich meine Knie-OP verschieben?

Nicht zwangsläufig – entscheidend ist der Ultraschallbefund. Besenreiser und kleine retikuläre Varizen erfordern keine Vorbehandlung. Bei einer undichten Stammvene empfehlen wir, diese vorher endovenös zu verschließen. Mit VenaSeal oder Radiofrequenz ist das ein ambulanter Eingriff von 30 bis 60 Minuten, nach dem der OP-Termin meist nur um wenige Wochen verschoben werden muss – oder gar nicht, wenn der Venencheck früh genug erfolgt.

Reicht die Thromboseprophylaxe nach der OP nicht aus?

Die medikamentöse Prophylaxe senkt das Thromboserisiko erheblich, beseitigt es aber nicht. In der Routineversorgung entwickeln rund 1,5 Prozent der Gelenkersatz-Patienten eine Thromboembolie. Die seit Januar 2026 geltende S3-Leitlinie erlaubt bei Patienten ohne erhöhtes Risiko eine einfachere Prophylaxe mit ASS. Krampfadern gelten jedoch als individueller Risikofaktor und sprechen daher eher gegen diese vereinfachte Prophylaxe – die Entscheidung trifft Ihr Operateur. Der Venencheck liefert ihm dafür die Grundlage.

Was gilt für eine Hallux-OP?

Das Thromboserisiko nach isolierten Fußoperationen ist niedrig (je nach Studie etwa 0,2 bis knapp 1 Prozent). Es steigt jedoch deutlich, wenn das Bein nach der Operation im Gips entlastet wird. Bei bestehender Stammvarikose, längerer Ruhigstellung oder weiteren Risikofaktoren ist ein Venencheck vor der Hallux-OP sinnvoll, um die Prophylaxe individuell festzulegen.

Hat mein Fersensporn etwas mit meinen Venen zu tun?

Ein direkter Zusammenhang ist nicht belegt. Allerdings werden Beschwerden einer Venenschwäche – Schweregefühl, Schwellung am Knöchel, Wadenkrämpfe – häufig dem Fuß zugeschrieben. Wenn die Fersensporn-Behandlung nicht anschlägt oder zusätzlich Schwellungen bestehen, kann die Duplexsonographie klären, ob eine venöse Komponente mitspielt.

Übernimmt meine Versicherung den Venencheck?

Bei medizinischer Indikation erstatten private Krankenversicherungen und Beihilfe die Duplexsonographie und die endovenöse Behandlung üblicherweise nach GOÄ. Gesetzlich Versicherte können über bestehende Versorgungsverträge mit teilnehmenden Krankenkassen behandelt werden. Sie erhalten vorab einen transparenten Kostenvoranschlag.

Wie arbeitet VenaZiel mit meinem Orthopäden zusammen?

Sie erhalten einen schriftlichen Befund nach CEAP-Klassifikation, den Sie Ihrem Operateur und dem Anästhesisten vorlegen können. Ist eine Venenbehandlung nötig, stimmen wir den Zeitpunkt mit Ihrem OP-Termin ab und informieren Ihren Orthopäden über das Ergebnis der Kontrolluntersuchung.

Jetzt Venencheck vor Ihrer Operation vereinbaren

Sie planen eine Hüft-, Knie- oder Sprunggelenkprothese, eine Hallux-Operation oder eine Behandlung Ihres Fersensporns? Lassen Sie Ihre Venen vorher prüfen – schmerzfrei, in etwa 20 bis 30 Minuten, mit schriftlichem Befund für Ihren Orthopäden. Termine vergeben wir kurzfristig an allen Berliner Standorten. Termin online buchen

VenaZiel Berlin MVZ GmbH
Friedrichstraße 95, 10117 Berlin
Telefon: 030 25299482
E-Mail: [email protected]
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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Jede Behandlungsentscheidung erfolgt nach individueller Untersuchung und Aufklärung.

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